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Der einzige der olympischen Götter
dessen Körper missgestaltet war, war Hephaistos,
ein Sohn des Zeus und der Hera.
Er wurde mit einem hinkenden Bein geboren, und seine Mutter
warf ihn voller Wut über diese Schande ins Meer. Aber
zum Glück nahmen sich zwei Meeresgöttinnen, die Nereide
Thetis und die Okeanide Eurynome,
seiner an. Und so wuchs der Gott in der Grotte des Nereus auf,
wo er schöne und nützliche Dinge schmiedete,
um den Meeresgottheiten für ihre Freundlichkeit zu
danken.
Eines Tages aber mochte er nicht mehr länger in den
Tiefen des Meeres leben, und beschloss, nicht allein auf
dem Olymp zu wohnen, sondern sich auch
an seiner Mutter zu rächen. Zu diesem Zweck schmiedete
er einen herrlichen Thron aus Gold, den er mit unsichtbaren
Fangnetzen umgab und Hera als Geschenk sandte.
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Diese
freute sich über die Gabe ihres Sohnes, doch als sie
sich auf den Thron setzt, fand sie sich in den Netzen verfangen.
Nach vielen Beratungen der Götter und eines missglückten
Versuch des Ares, Hephaistos zu
versöhnen, übernahm Dionysos die
Schlichtung des Streits. Er suchte seinen Bruder auf, machte
ihn trunken und führte ihn im Triumph auf den Olymp.
Dort versöhnte er sich mit seiner Mutter, die ihm als
Wiedergutmachung Aphrodite zur Frau gab.
Es gibt jedoch einen anderen Mythos, der besagt, dass er Aglaia,
die jüngste der drei Chariten heiratete.
Wieder andere sagen, dass der Gott nicht schon von Geburt
an behindert war, sondern dass einst, als Zeus mit Hera miteinander
stritten, Hephaistos herbeilief, um seiner
Mutter beizustehen. Da packte ihn Zeus am
Bein und schleuderte ihn auf die Erde. Einen ganzen Tag lang
fiel er und landete schliesslich auf Lemnos,
wo ihn die dort lebenden Sintier pflegten,
doch blieb ihm ein hinkendes Bein. Lemnos wurde
seine Geliebte Insel und er richtete sich dort seine Schmiede
ein.
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Hephaistos
besass viele Talente.
Er war Maurer und Architekt, Gold- und Bronzeschmid, stellte
Waffen her und erfand Maschinen. Er war es, der die herrlichen
Paläste der Götter auf dem Olymp erbaute. Auch hatte
er zwei goldene Mädchen konstruiert, die ihn stützten,
da ja seine Beine sehr schwach waren. Ferner einen Giganten
aus Bronze, den er Talos nannte und dem Minos schenkte. Talos umschritt
die Insel Kreta dreimal täglich, und
jeden Feind, den er zu fassen bekam, tötete er, indem
er ihn an seine glühende Bronzebrust drückte. Für Alkinoos,
den König der Phaiaken, schuf er unsterbliche
Hunde aus Silber und Gold, die den Eingang des Palastes bewachen
sollten. Um Helios, der ihm während des
Gigantenkampfes geholfen hatte, seinen Dank zu erweisen, fertigte
er unzählige herrliche Werke für den Palast des Heliossohnes Aiëtes in
Kolchis. |
Besonders
bewundernswürdig waren vier Brunnen, die er schuf und
aus denen Milch, Wein, Duftwasser und, je nach Jahreszeit,
warmes oder kaltes Wasser floss. Es entstanden aber noch
viele andere hervorragende Werke unter den Händen des Hephaistos,
von denen die Rüstungen der grossen Helden Herakles und Achilles die
berühmtesten sind.
Der Kult des Hephaistos
Hephaistos war der Gott, der das Feuer symbolisierte. Die alten
Einwohner von Lemnos glaubten, dass die vulkanischen Feuer,
die sie aus dem Berg Mosychlos schiessen sahen, von der unterirdischen
Schmiede des Hephaistos herrührten. Gegen Ende des 6.
Jhs. v. Chr. verbreitete sich der Kult des Gottes von Lemnos
aus bis nach Athen, wo er zusammen mit Athena zum Schutzgott
der Schmiede wurde. Im 5. Jh. v. Chr. errichteten die Athener
einen prachtvollen Tempel in der Agora, um diese beiden Götter
zu ehren. Heute wird dieser Tempel fälschlicherweise als
Theseion bezeichnet.
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