Die Dodekanes - südöstliche Ägäis von Griechenland

 
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Kos - eine Insel der Dodekanes


 

Bereits vom ersten Tage
seines Lebens an rechtfertigte Hermes seinen Titel als Beschützer der Diebe. Seine Eltern waren Zeus und die schüchterne Maia, Tochter des Altas. Er erblickte das Licht der Welt in einer Höhle, in der seine Mutter lebte, die, kaum dass sie ihn geboren hatte, ihn in Windeln wickelte und wieder an ihre Arbeit zurückkehrte. Genau auf diese Gelegenheit hatte der listige Gott gewartet. Ohne Zeit zu verlieren, sprang er aus der Wiege und ging in den Hof hinaus. Dort fand er eine Schildkröte, die tötete er und fertigte aus ihrem Panzer die erste Lyra der Welt. Nach einer Weile, als er des Lyraspielens müde war, stahl er fünfzig Kühe von der Herde des Apollon. Damit ihm niemand auf die Schliche käme, liess er die Kühe rückwärts laufen, damit die Spuren seine Verfolger in die entgegengesetzte Richtung wiesen. Er selbst hinterliess überhaupt keine Spuren, denn er hatte Myrthenzweige an seine Füsse gebunden. Es sah ihn nur ein alter Mann, dessen Schweigen Hermes mit Versprechungen zu erkaufen suchte.

Als er in Pylos angelangte, schlachtete er zwei Kühe, um sie zu verzehren, versteckte die übrigen und legte sich wieder in seine Wiege, als sei nichts passiert.

In der Zwischenzeit war Apollon, der zuvor den Alten ausgefragt hatte, klar geworden, dass sein gerade geborener Bruder der Dieb war. Er begab sich sofort in die Höhle, kam aber mit Hermes nicht zu Rande, da dieser noch immer den unschuldigen Säugling spielte. Da brachte ihn Apollon mit Gewalt auf den Olymp, damit ihm Vater Zeus ein Machtwort spreche. Nachdem dieser die ergötzlichen Lügen seines jüngsten Sohnes vernommen hatte, beschloss er, dass sich die beiden Brüder wieder vertragen müssten. Hermes musste also Apollon zum Versteck der Tiere führen, und um ihn gutwillig zu stimmen, schenkte er ihm die Lyra. Apollon war verzaubert von den herrlichen Tönen, die er dem Instrument entlockte, und machte Hermes dafür zum Beschützer der Hirten, indem er ihm einen Hirtenstab schenkte.

 

Als er älter geworden war, wurde Hermes der Bote der Götter. Er hatte Federn an den Schultern, trug Flügelschuhe und einen mit Federn besetzten Hut; auch hatte er immer seinen goldenen Heroldsstab dabei, damit ihn alle als den offiziellen Gesandten des Zeus erkennen konnten, der Göttern und Menschen die Befehle des Göttervaters überbrachte. Dank seiner Gewitztheit und seiner Diplomatie führte er selbst die schwierigsten Aufträge zur Zufriedenheit des Zeus aus. Eine seiner weiteren Aufgaben war es, die Seelen der Toten in den Hades zu geleiten, weshalb er auch Hermes Psychopompos hiess.
Die Alten glaubten, dass er sich als erster mit der Astronomie beschäftigte und benannten deshalb einen Planeten nach ihm (Merkur). Sie sahen ihn auch als Glücksgott an, weshalb sie alles, was sie auf der Strasse fanden, als ein Geschenk des Hermes betrachteten und es ermaion (= glücklicher Fund) nannten.

Der Charakter des Hermes zeigt sich auch bei seinen Liebesabenteuern, bei denen er meist durch List an sein Ziel gelangte, und dies auch an seine Nachfahren weitergab. Ein bezeichnendes Beispiel ist sein Sohn Autolykos, der Grossvater des listenreichen Odysseus.

Herkunft des Hermes
Hermes ist ein Urhellenischer Gott, der vor allem vom breiten Volk verehrt wurde. Die Merkmale und Eigenschaften, die ihm zugeschrieben wurden, stellen ihn in die Reihe der Luftgötter.

Iris
Zunächst stand auch Iris, die geflügelte Tochter des Thaumas, Sohn des Pontos, und der Okeanide Elektra, als Botin im Dienste der Götter. Das Auftauchen des Hermes jedoch schränkte ihre Tätigkeit ein. Die Alten glaubten, dass die Götter Iris für Botengänge zu Frauen und Hermes für Botengänge zu Männer benutzten, oder das Iris die persönliche Botin der Hera, Hermes hingegen der persönliche Bote des Zeus sei.

 

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