Die Dodekanes - südöstliche Ägäis von Griechenland

 
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Dora & Andreas
Dodekanes
Nisyros
Kos - eine Insel der Dodekanes
 
© Andreas Brüderlin
    2004 - 2008
 
 
Mit Kos-Stadt ist auch der "grosse Sohn" der Insel verbunden, Hippokrates. Dieser Vater der Medizin soll um 460 v.Chr. auf Kos geboren worden sein. Stolz wird die Touristenattraktion die Platane des Hippokrates unweit des Hafens präsentiert, unter der der berühmteste Arzt der Antike seine Weisheiten an Schüler weitergegeben haben soll. Darunter allgemeingültige Lebensweisheiten wie: "Das Leben ist kurz; die Kunst ist lang. Der rechte Augenblick geht rasch vorüber. Alle Erfahrung ist zweideutig. Und wie schwierig ist die Entscheidung in jedem Falle!"

Hippokrates ging als erster Arzt in die Geschichte ein, der die Medizin vom Glauben zu trennen begann. Zwar zweifelte auch er die göttliche Ordnung nicht an, doch seine Erkenntnisse waren für die damalige Zeit revolutionär: "Zweierlei sind Wissen und Glauben. Nichts ereignet sich ohne natürlichen Grund."

Entsprechend modern waren seine Ansichten über Therapie. Für ihn waren gesunde Ernährung und Bewegung wichtige Mittel für die Gesundung; ja, man könnte ihn sogar als einen der ersten Psychiater der westlichen Medizin bezeichnen, umfasste seine ganzheitliche Betrachtung des Menschen doch auch psychosomatische Aspekte. Bis in die moderne Zeit hinein war der Hippokratische Eid Bestandteil der Medizinausbildung. In ihm heisst es u.a.:

"Ich werde diätische Massnahmen treffen zu Nutz und Frommen der Kranken nach meinem Vermögen und Verständnis, und wenn ihnen Fahrnis und Schaden drohen, so werde ich sie davor zu bewahren suchen... Was ich aber während der Behandlung sehe oder höre, das will ich, soweit es nicht ausserhalb weitererzählt werden soll, verschweigen, indem ich es als Geheimnis bewahre."

Gleich oberhalb der Stadt blickt mit dem Asklepieion die wohl bedeutenste Sehenswürdigkeit der Insel auf die Küstenebene herab. Hier wurde nach den Prinzipien des Hippokrates behandelt, von weit her kamen Heilung und Linderung ihrer Krankheit Suchende und verbrachten zum Teil längere Zeit im Heiligtum. Solche Heiligtümer zu Ehren des Gottes Asklepios gibt es viele in Griechenland, doch kaum eines strahlt heute noch eine derartige Würde aus wie dasjenige von Kos.

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