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© Andreas
Brüderlin
2004 - 2008 |
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Kos
ist mit seinen 290 Quadratkilometern nach Rhodos und Kárpathos die
drittgrösste Insel des Dodekanes. Ungefähr 25'000
Einwohner leben hier das ganze Jahr
über, doch während der Sommermonate explodiert das
Eiland geradezu, und bis zu 60'000 Touristen gleichzeitig
verbringen ihren Urlaub auf Kos. Damit ist
auch schon zum Ausdruck gebracht, was die Wirtschaftskraft
der Insel bestimmt. Nur noch ein geringer Teil der Bevölkerung,
weniger als 10% der Erwerbstätigen, findet
sein Auskommen in der Landwirtschaft. Gemüse und Zitrusfrüchte, Oliven und Wein gedeihen
zwar gut auf den fruchtbaren Böden, doch wirklich Geld
verdienen können damit nur noch wenige. An
die Stelle der Bearbeitung des Bodens ist das Dienstleistungsgewerbe
rund um den Tourismus getreten. Hotels und Restaurants, Geschäfte und Reisebüros beschäftigen
das Gros der Erwerbstätigen, und selbst die bescheidenen
produktiven Zweige, wie die Herstellung von Keramik und Textilien,
sind abhängig vom Kommen der Touristen.
Das Leben der Menschen hier zerfällt in zwei sehr
verschiedene "Jahreszeiten":
Da ist die Reisezeit, die ungefähr sechs Monate erfasst,
in der nicht wenige eine Sieben-Tage-Woche haben,
in der von morgens bis abends gekocht, bedient und serviert
werden muss. In dieser Zeit muss genügend Geld verdient
werden für den Rest des Jahres, die ruhigeren Wintermonate,
die Zeit der Vorbereitungs-, Bau-
und Renovierungsarbeiten, für viele
aber auch die Zeit der Arbeitslosigkeit. Der Tourismusboom
der vergangenen 20 Jahre hat Wohlstand auf die Insel gebracht,
der durchschnittliche Verdienst der Koer liegt mit an der
Spitze der griechischen Einkommenspyramide. Allerdings nich für alle Einheimischen!


Die Inselhauptstadt
Unumstrittenes Zentrum von
Kos ist seine Hauptstadt, die den gleichen Namen trägt
wie die Insel selbst. Fast die hälfte der Einwohner hat
sich hier niedergelassen, und die langen Strände nördlich
und südlich der Stadt haben dazu geführt, dass
hier auch ein Grossteil der Touristen den
Urlaub verbringt. Kos-Stadt ist nicht nur
administratives Zentrum, hier konzentrieren sich auch die
meisten Geschäfte, und die grosse Zahl an Bars, Tavernen, Discos und
sogar Freiluftkino versprechen Abwechslung
am Abend. Die
Hauptstadt vermittelt am besten einen Eindruck von der Geschichte der
Insel, denn aus fast allen Epochen blieben steinerne
Zeugen erhalten.
Da sind die Ruinen aus hellenistischer und römischer Zeit,
die sich nur mit Hilfe der Phantasie zum Leben erwecken lassen;
da ist das mächtige Kastell am Hafen,
Sinnbild der entschlossenen Abwehr von Byzanz und Johannitern,
den einstigen Herrschern auf Kos; da ragen spitze Minarette gen
Himmel, Ausdruck einer mehrhundertjährigen türkischen Besatzungszeit.
Nicht zuletzt auf griechischem Boden ein wenig fremdartig
wirkenden italienischen Bauten, deren etwas martialischen Gepräge
aus den zwanziger und dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts
stammt.

Insel des Hippokrates
Mit
Kos-Stadt ist auch der "grosse Sohn" der Insel
verbunden, Hippokrates. Dieser Vater
der Medizin soll um 460 v.Chr.
auf Kos geboren worden sein. Stolz wird die Touristenattraktion
die Platane des Hippokrates unweit des Hafens
präsentiert, unter der der berühmteste Arzt der
Antike seine Weisheiten an Schüler weitergegeben haben
soll. Darunter allgemeingültige Lebensweisheiten wie: "Das
Leben ist kurz; die Kunst ist lang. Der rechte Augenblick
geht rasch vorüber. Alle Erfahrung ist zweideutig. Und
wie schwierig ist die Entscheidung in jedem Falle!"


Hippokrates ging als erster Arzt in die Geschichte ein, der
die Medizin vom Glauben zu trennen begann. Zwar zweifelte auch
er die göttliche Ordnung nicht an, doch seine Erkenntnisse
waren für die damalige Zeit revolutionär: "Zweierlei
sind Wissen und Glauben. Nichts ereignet sich ohne natürlichen
Grund." Entsprechend
modern waren seine Ansichten über Therapie.
Für ihn waren gesunde Ernährung und Bewegung wichtige
Mittel für die Gesundung; ja, man könnte ihn sogar
als einen der ersten Psychiater der westlichen
Medizin bezeichnen, umfasste seine ganzheitliche Betrachtung
des Menschen doch auch psychosomatische Aspekte. Bis in die moderne Zeit hinein war der Hippokratische
Eid Bestandteil der Medizinausbildung.

Wassersportmöglichkeiten sind überall auf der Insel geboten. Vor allem unter Surfern hat Kos einen sehr guten Namen; auch während der heissesten Jahreszeit wehen vornehmlich nordwestliche Winde, die Surfer fast nie zur Untätigkeit verdammen. Ganz speziell können wir ihnen das Marmari Windsurfing empfehlen! Doch auch für Abwechslung jenseits des Strandlebens ist gesorgt. Keinesfalls sollten sie Urlaub auf Kos beenden, ohne wenigstens eine der Nachbarinseln oder der kleinen Dörfer am Rande des Dikeos-Gebirge (wie Pili, Zia und Lagoudi) aufgesucht zu haben! Und falls sie auf die ganz individuellen Ausflüge stehen und Kos von einer ganz speziellen Seite erleben möchten, empfehlen wir ihnen Stavros! Er kennt die Insel wie seine Westentasche und kann ihnen vom Hotel bis zu den schönsten Ausflügen alles organisieren!
Die Strände von Kos
Über Dutzende von Kilometern erstrecken sich rund um Kos meist feinsandige, zum Teil auch kiesbedeckte Strände. Ihretwegen fand die Insel Aufnahme in die Prospekte der Reise- veranstalter und entwickelten sich zu einem beliebten Badeparadies. Da sind zum einem die Strände rund um Kos-Stadt, an denen sich zahlreiche Hotelanlagen engesiedelt haben. Da ist der gesamte Nordosten der Insel zwischen Kap Skandári und Mastichári, eine fast durch- gehende Strandlandschaft, in der die drei Badeorte Tigáki, Marmári und Mastichári eine touristische Infrastruktur bereitstellen, die glücklicherweise den Stempel der Massensilos nicht verdienen.
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