Die Dodekanes - südöstliche Ägäis von Griechenland

 
Startseite
Dora & Andreas
Dodekanes
Nisyros
Kos - eine Insel der Dodekanes
 
© Andreas Brüderlin
    2004 - 2008
 

Reisebericht vom 9. Mai 2004
Flug im Cockpit einer Boeing 757-200 ER ("Horizonte" / BELAIR)

 

Sonntag, 09.05.2004

02.30 Uhr.
Monate habe ich auf diesen Moment gewartet: Abfahrt in Oberhofen am Thunersee in Richtung Kloten/ZH zum Flughafen. Eigentlich kenne ich diese Situation ja gut, denn ich fliege schon seit rund 5 Jahren (1-3 mal jährlich) nach Griechenland. Aufgeregt bin ich jedesmal und auf dem Weg nach Kloten studiere ich eigentlich immer daran herum, was ich wohl vergessen habe zu packen. Diesmal war alles etwas anders, ja sehr speziell und im Gegensatz zu sonst vergass ich gleich mehre Dinge einzupacken. :-)

Das Besondere diesmal: Mein Platz ist diemal im Cockpit!

Unterwegs nach Kloten unterhalte ich mich noch mit Dora über die Neuerungen im Flughafen – da wurde seit kurzem alles etwas umgebaut. Für Dora war es natürlich eine andere Aufregung, da sie mich lediglich an den Flughafen brachte.

04.15 Uhr ca.
Der Flughafen nähert sich und die Aufregung steigt enorm an. Wir fahren zum Parking 3 da dieses Parkhaus am nähesten bei den neuen Checkin-Schaltern ist. Dank sehr guter Beschilderung haben wir das Parking auf Anhieb gefunden. Mit dem Lift gings nun runter zum Checkin 3. Nun wollte ich mich als erstes mal dem Gepäck entledigen und suchte vergebens einen Schalter für Business-Class (C-Class). Ich konnte etwas später dann doch noch einchecken – an einem der 4 Economy-Schalter.

Nun hiess es, den langen Weg (für Schweizer Flughafen-Verhältnisse) durch das Flughafengebäude hinter mich zu bringen. Vor der Passkontrolle verabschiedete ich mich noch von Dora. Dann ging es weiter die Rolltreppe hinunter und wieder hinauf bis zum Shuttle-Zug, der mich zum Gate E brachte. Dort konnte ich ohne Wartezeit gleich in das Flugzeug von Belair – die „Horizonte“ – eine Boeing 757-200ER (siehe unten) einsteigen.

Zunächst einmal habe ich an meinen gebuchten Platz (1A) gesetzt, wo ich ganz angespannt den offerierten Proseco genoss. Ein paar Minuten später klang es dann über die Lautsprecher: „Herr Brüderlin wird gebeten, sich beim Kabinenpersonal zu melden..“ – jetzt wurde es ernst und meine Aufregung schien fast grenzenlos... Ich wurde dann ins Cockpit begleitet wo mich Käptn’ Dysli und sein Co-Pilot (Name folgt) herzlich Willkommen hiessen.

06.10 Uhr ca.
Die letzten Checks werden durchgeführt und schon rollt die „Horizonte“ langsam durch den Regen in Richtung Startbahn. Die Tourbinen heulen auf und beschleunigen das Flugzeug kraftvoll innert wenigen Sekunden auf über 250 Km/h und hebt schliesslich in Richtung Himmel ab.
Schon nach kurzer Zeit haben wir die Wolken „durchbrochen“ und es eröffnet sich ein strahlendes Paradies. Die Panorama-Sicht aus dem Cockpit ist einfach überwältigend, ja geradezu atemberaubend! Bis zur effektiven Flughöhe vergehen einige Minuten während das Wolkenmeer stetig zu sinken scheint.

Als wir die Reiseflughöhe erreicht haben (ca. 34000 Ft. / ca. 11000 Meter) wurde mir ein ausgiebiges Frühstück serviert. Ich hätte das Essen vor lauter Aufregung beinahe vergessen, wenn mich Käpn’ Dysli nicht darauf aufmerksam gemacht hätte, das der Spinat mit Rührei kalt würde... :-) Wie immer war das Frühstück köstlich und sehr reichhaltig, obwohl mir eigentlich vor lauter Aufregung gar nicht so ums essen war.

Der Flug verlief sehr ruhig, keine Turbulenzen oder nur ganz schwach. Während des Fluges hatte ich auch Gelegenheit Fragen zu stellen und das "Klima" im Cockpit zu geniessen. Beide Piloten waren sehr locker und konzentriert und erklärten mir so allerlei spannendes über das Fliegen mit der Boeing. Laufend kommen Funksprüche zwecks Identifizierung des Flugzeugs. Auch die Koordinaten, Flughöhe etc. mussten zwischendurch am Autopiloten angepasst werden. Nicht unwesentlich ist auch das Wetter am Landeort. Sofern möglich, wird immer gegen den Wind gelandet - dies ermöglicht eine "weichere" Landung. Noch vor dem Landeanflug wird auch der Treibstoffverbrauch errechnet. Da in der Schweiz das Kerosin teurer ist als in den meisten anderen Ländern, wird natürlich im Ausland nachgetankt.

Obschon der Flug knapp 3 Std. dauerte kam es mir so vor, als wären wir nach einer Stunde bereits wieder am Landen. Bis Nordgriechenland war es leider unter uns bedeckt, so dass ich erst beim Landeanflug ein paar Fotos von den Inseln unter uns machen konnte. Als wir Thessaloniki überflogen, ging es langsam zum Sinkflug über. Der Wind drehte ab, änderte seine Richtung und aus dem geplanten Süd-Anflug wurde dann ein Nordanflug. Die "Horizonte" senkte sich immer mehr, die Inseln der Dodekanes kamen immer näher und von fern näherte sich bereits die Insel Kalymnos. Der Autopilot wurde schon bald ausgeschalten und der Co-Pilot landete die "Horizonte" mit gleicher Präzision.

Es sind schon sehr aufregende und spannende Momente, wenn die Landebahn immer näher rückt! "Einfach gigantisch.." schoss es mir durch den Kopf! Wenn man bedenkt, mit welcher Leichtigkeit wir 100 Tonnen (und mehr) durch die Lüfte bewegen und mit welcher "Sanftheit" dieses Gewicht wieder auf dem Boden aufgesetzt wird! "Nur fliegen ist schöner..." - dieser Spruch verdient sein "Privileg" allemal.

Auf der Piste aufgesetzt rollen wir in Richtung "Ende" der Startbahn und immer gemütlicher zum Flughafengebäude. Jahrzehnte träumte ich von diesem Erlebnis - und so schnell war es vorbei... Aber die Erinnerungen daran werden unvergesslich bleiben und sollte ich eines Tages (im nächsten Leben) wieder auf diesen Planeten zurückkommen, so hoffe ich, mein Versäumnis: Linienpilot zu werden, nachholen zu können!

Fazit
"Nur fliegen ist schöner...! *schmunzel* Ein überwältigendes Erlebnis! Ich bedanke mich bei all den Menschen die mir dieses Erlebnis ermöglichten! Punkto Sicherheit kann ich nur bestätigen was man längstens weiss: Sicherer ist es nur zu Fuss, am schönsten aber in der Luft! Und trotzdem möchte ich noch etwas erwähnen, ohne Partei zu ergreifen: Wenn man bedenkt welche Verantwortung Piloten übernehmen, welches Erlebnis sie uns durch ihre Arbeit (auch die Crew!) ermöglichen und mit welcher Selbstverständlichkeit wir in ein Flugzeug steigen und wir uns gar "Sicherheit" als Recht einräumen, so sollten wir nie vergessen: Fliegen ist eines der schönsten Abenteuer dieses Planeten und wir sollten diesen Menschen die uns dies ermöglichen, mit grossem Dank und Respekt entgegenkommen - nichts ist selbstverständlich, alles ist erarbeitet!

In diesem Sinne: Ganz herzlichen Dank der gesamten Crew und allen Beteiligten! Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer! Danke!!

Herzlichst, Andreas

Zur Fotogalerie


Angaben über das Flugzeug

Name des Flugzeugs:
Fluzeugtyp:
Max. Sitzplätze:
Sitzabstand:
Crew:
Flügelspannweite:
Länge:
Höhe:
Max. Startgewicht:
Max. Reichweite:
Reisegeschwindigkeit:
Tankkapazität:
Anzahl Triebwerke:
Weitere Details:

Horizonte (Belair)
Boeing 757-200ER
209 (51 C / 158 Y)
C-Class: 80.0 cm / Economy Class: 75.0 cm
2 Piloten / 5 Flight Attendants
38.0 m
47.30 m
13.60 m
106'590 kg
7240 km
800 km/h
42'680 liter
2 Rolls Royce RB 211-535 E4
BELAIR Airline

 

Sitemap / Impressum / Rechtliches

Startseite