Die Dodekanes - südöstliche Ägäis von Griechenland

 
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Kos - eine Insel der Dodekanes
 
© Andreas Brüderlin
    2004 - 2008
 


 

Der erste unter den Göttern
war der allgewaltige und unbezwingbare Zeus. Von seinem Palast auf dem Olymp aus herrschte er über die Welt und zwang Göttern und Menschen seinen Willen auf. Als Gott des Himmels, wie viele seiner Beinamen belegen, war Zeus für alle Wetterveränderungen verantwortlich. Er war es, der Regen, Hagel und Blitz auf die Erde sandte, Erscheinungen, die mal Gutes und mal Schlechtes bedeuteten. Zu seinen Attributen gehörte neben dem Blitz auch der Adler, der einzige Vogel, der bis in den Himmel hinauffliegen kann und der, wenn er ein Opfer sieht, schnell wie der Blitz auf dieses hinabstürzt. Zeus wurde von den Menschen in vielen Fällen angerufen.
Als Zeus Erkeios (= zum Haus gehörig) beschützte er das Haus und dessen Vorhof. Auf dem Altar des Zeus, der sich im Hof befand, opferte das Oberhaupt der Familie.

Aber auch Fremde, Arme oder Flüchtlinge standen unter dem Schutz von Zeus, der daher auch die Beinamen Xenios, Kesios und Phyxios hatte. Zeus wurde aber auch für seinen Gerechtigkeitssinn gerühmt. An ihn wandten sich die Götter, wenn sie Streitigkeiten unter sich hatten, und die Menschen flehten ihn an, wenn sie ihr Recht suchten. Und Zeus legte mit seinen weisen Urteil alle Streitigkeiten bei, ohne eine der beiden Seiten zu benachteiligen.

Das Familienleben des Zeus war äusserst turbulent. Einige Überlieferungen sprechen davon, dass seine erste Frau Chthonië war, der er den Namen Gaia gab und derzuliebe er die Erde schuf. Andere sagen, dass Zeus sich mit Metis, einer Tochter des Okeanos, verband, welche alle Weisheit der Götter und der Menschen vereinte. Als er jedoch erfuhr, dass Metis eine Tochter und danach einen Sohn gebären werde, der ihn entmachten werde, verschlang er sie. Doch Metis war bereits mit Athena schwanger, die neun Monate später in voller Bewaffnung aus dem Kopf ihres Vaters sprang. Eine andere Überlieferung führt als erste Frau des Zeus die Okeanide Dione an, die ihm eine Tochter, die Göttin Aphrodite, gebar. Als rechtmässige und ständige Gemahlin des Zeus wurde aber seine Schwester Hera angesehen. Ihre Kinder waren Ares, Hephaistos, Hebe, die Göttin der glücklichen Jugend, und Eileithya, welche die gebärenden Frauen beschützte. Das Leben des göttlichen Paares war dem Leben einer sterblichen patriarchalischen Familie sehr ähnlich. An Streitigkeiten fehlte es nicht, doch schliefen Zeus und Hera jeden Abend wieder versöhnt in ihrem gemeinsamen Bett.


Liebschaften des Zeus
Die Liebschaften des Zeus sind wahrlich unzählbar. Der Vater der Götter und der Menschen liebte viele Göttinnen, die ihm bedeutende Kinder gebaren, darunter Artemis und Apollon, deren Mutter Leto, und Hermes, dessen Mutter Maia war.

Mit Mnemosyne, der Tochter von Uranos und Gaia, verbrachte Zeus neun aufeinanderfolgende Nächte, und nach neun Monaten brachte Mnemosyne die neun Musen, die Schutzgöttinnen der Künste und der Wissenschaften, zur Welt. Bei den Feten die auf dem Olymp stattfanden, sangen die göttlichen Musen zur Lyra des Apollon, während das Auge des stolzen Vaters auf ihnen ruhte. Den Tanz führten die drei Chariten Euphrosyne, Thalia und Aglaia an, auch diese Töchter des Zeus, die ihm die Okeanide Eurynome geboren hatte.

Weinschenk der Götter war der junge Ganymedes, ein Prinz aus Troja, in den sich Zeus verliebt und den er auf den Olymp geholt hatte.
Aus der Liebe des Zeus zur Titanin Themis, der Schützerin des Rechts, entsprangen die drei Schicksalsgöttinen: Klotho, die den Lebensfaden spinnt, Lachesis, die das Lebenslos zuteilt, und Atropos, die den Faden durchschneidet. Schwestern der Schicksalsgöttinen waren die drei Horen Eunomia, Dike und Eirene, gutwillige Gottheiten, die die Himmelspforten öffneten und schlossen. Sie sorgten dafür, dass die Zeit verging und brachten so den Menschen die Früchte ihrer Arbeit.

Aber auch unzählige Sterbliche weckten die Gelüste des unsterblichen Zeus. Darunter Alkmene, die ihm Herakles schenkte; Danaë gebar Perseus und Aigina war die Mutter des Aiakos. Diese häufigen Liebesabenteuer des Zeus mit Sterblichen haben eine sehr logische Erklärung. Die Herrscher der archaischen Zeit behaupteten nämlich alle, von Zeus abzustammen. Deshalb erfanden sie zu Beginn ihres Stammbaumes eine sterbliche Herrscherstochter, die mit ihrer Schönheit die Wollust des Gottes weckte und die Seine wurde. Dies ist der Grund, dass dem Zeus so viele sterbliche Geliebte angedichtet wurden.
Um sich den Jungfrauen zu nähern, wandte Zeus die verschiedensten Listen. Um Europa, die wunderschöne Tochter des phönizischen Königs Agenor, zu erobern, verwandelte er sich beispielsweise in einen Stier und erschien auf der Wiese, auf der das Mädchen mit seinen Freundinnen spielte. Kaum dass sie ihn sah, war sie von seiner Schönheit so geblendet, dass sie ihn streichelte. Und als sie sich dann sogar auf seinen Rücken schwang, sprang der Stier ins Meer und schwamm bis nach Kreta, wo er sich mit ihr verband. Europa, nach der ein ganzer Kontinent benannt wurde, gebar ihm drei Söhne: Minos, Sarpedon und Rhadamanthys.

Herkunft des Zeus
Zeus scheint ein uralter Himmelsgott gewesen zu sein, den die Griechen mit sich brachten, als sie um 2000 v. Chr. auf ihrem Wanderungszug die Balkaninsel erreichten. Der Name geht auf die Wurzel –div zurück, die „Himmel“ bedeutet und bei vielen indogermanischen Völkern, darunter auch bei den Indern und den Ägyptern, anzutreffen ist. Das bedeutet, dass dieser Gott zumindest seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. verehrt wurde, als sich diese Völker noch nicht voneinander abgespalten hatten und eine gemeinsame Sprache sprachen. Bezeichnend ist, dass der Ausdruck Zeus Pater dem römischen Diespiter (Iuppiter) und dem Dyaous Pitar der alten Inder entspricht.

 

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